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LeadershipFebruar 2026 · 7 Min.

Sexualität – das Tabu, das Performance kostet

Sex ist das unsichtbare Betriebssystem von Organisationen. Warum tabuisierte Sexualität psychologische Sicherheit zerstört – und was das für Führung bedeutet.

Sexualität – das Tabu, das Performance kostet

Sex ist das unsichtbare Betriebssystem von Organisationen. Wir sprechen über KPIs. Über Strategie. Über Effizienz. Aber kaum über das, was darunter liegt: Sexualität.

Nicht als Boulevardthema. Nicht als Skandal. Sondern als psychodynamische Kraft.

Macht, Attraktivität und Selektion

Der Soziologe Pierre Bourdieu beschrieb soziale Felder als Räume, in denen Kapital verteilt wird – ökonomisches, soziales, kulturelles.

Was selten ausgesprochen wird: Attraktivität, Begehren und Geschlechterrollen sind ebenfalls Kapital.

Informelle Selektionen passieren täglich:

  • Wer wird als „führungsstark“ wahrgenommen?
  • Wer gilt als „zu dominant“?
  • Wer ist „sympathisch genug“ für Kund:innen?
  • Wer wird „beschützt“?
  • Wer wird sexualisiert?

Recruiting ist nicht frei von Begehren. Karrieren sind nicht frei von Geschlechterzuschreibungen. Und solange wir das nicht reflektieren, reproduzieren wir Muster.

Psychologische Sicherheit ohne Tabubruch? Unmöglich.

Amy Edmondson definiert psychologische Sicherheit als die Überzeugung, dass man in einem Team keine Angst vor negativen Konsequenzen haben muss, wenn man sich äußert.

Aber wie sicher ist ein Raum, in dem:

  • Übergriffe nicht angesprochen werden?
  • Flirts Machtgefälle verschleiern?
  • Führungskräfte in toxischen Beziehungen Kraft verlieren?
  • Gerüchte über Affären Karrieren beeinflussen?
Tabuisierte Sexualität erzeugt Unsicherheit. Nicht, weil Sexualität gefährlich ist – sondern weil sie verschwiegen wird.

Energie ist Leadership-Währung

Führung ist Energiearbeit. Eine Führungskraft, die in destruktiven Beziehungen steckt, ihre eigene Lust unterdrückt, Scham trägt oder unreflektiert mit Attraktion umgeht – führt nie mit voller Kraft.

Das hat nichts mit Moral zu tun. Aber alles mit Integrität.

Carl Gustav Jung nannte das Verdrängte den „Schatten“. Was wir nicht integrieren, wirkt im Untergrund. Und Schatten entscheiden oft über Karrieren.

Was heißt das konkret für Organisationen?

Es heißt nicht: „Lasst uns über intime Details sprechen.“

Es heißt:

  • Reflexion über Macht und Begehren ermöglichen
  • Klare Grenzen definieren
  • Informelle Selektionen sichtbar machen
  • Übergriffe konsequent adressieren
  • Führungskräfte in ihrer Ganzheit begleiten

Sexualität ist das Tabuthema Nummer eins, weil sie in uns allen wirkt. Und genau deshalb gehört sie in die Führungsreflexion. Nicht voyeuristisch. Sondern professionell.

Hinschauen statt Wegsehen

Im 100-Tage-Leadership-Programm arbeiten wir genau daran:

  • Welche Fragen helfen, Irritationen zu prüfen
  • Wie man Wahrnehmungen validiert
  • Welche Tools Klarheit schaffen
  • Wie man erkennt: Ich bin nicht allein
Organisationen scheitern nicht an Strategie. Sie scheitern an verdrängter Dynamik. Und Business ist niemals asexuell. Es ist nur oft unehrlich.

Du willst Führung ganzheitlich denken? Im 1:1 Sparring arbeiten wir auch an den Themen, über die sonst niemand spricht.

Dr. Alexandra Singer

Dr. Alexandra Singer

Leadership Sparring-Partnerin, promovierte Kommunikationswissenschaftlerin und Gründerin des Grooowth Hub. 20+ Jahre Führungserfahrung.

Nächster Schritt

Leadership beginnt mit Sichtbarkeit.

30 Minuten. Ein Gespräch. Klarheit.

Kein Sales Pitch. Kein Smalltalk. Sondern die eine Frage, die alles verändert: Was hält dich davon ab, sichtbar zu führen?

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Dr. Alexandra Singer